Schwedisch lernen an der Volkshochschule
Schwedisch gehört zu den Sprachen, die Deutschsprachigen am leichtesten fallen. Der Wortschatz ist über weite Strecken verwandt, die Grammatik einfacher als die deutsche: keine Fälle, nur zwei Geschlechter, und Verben werden nicht nach Person gebeugt. Für einfache Gespräche reichen oft schon zwei bis drei Semester an der Volkshochschule.
- 2-3Semester bis Niveau A2
- 0Fälle, keine Personalendungen beim Verb
- 29Buchstaben mit å, ä und ö
- 80-160 €je Semester an der VHS
Warum Schwedisch leicht fällt
Deutsch und Schwedisch sind beide germanische Sprachen, das merkt man in fast jedem Satz. „Jag har en bok" - ich habe ein Buch. Das Foreign Service Institute ordnet Schwedisch der leichtesten Kategorie zu, mit rund 600 Unterrichtsstunden bis zur beruflichen Sprachfähigkeit. Zum Vergleich: Für Polnisch werden 1.100 Stunden veranschlagt, für Japanisch 2.200.
Konkret erleichtern drei Dinge den Einstieg:
- Keine Fälle. Substantive verändern sich nicht je nach Satzstellung - was im Deutschen der, den, dem und des unterscheidet, bleibt im Schwedischen gleich.
- Verben ohne Personalendung. „Jag talar, du talar, han talar" - die Form ist für alle Personen identisch.
- Vertrauter Wortschatz. Wer Deutsch und etwas Englisch kann, errät viele Wörter beim ersten Lesen.
Was trotzdem ungewohnt ist
Zwei Eigenheiten bereiten auch geübten Lernenden Mühe. Zum einen der bestimmte Artikel, der als Endung ans Wort angehängt wird: aus „en bok" (ein Buch) wird „boken" (das Buch). Zum anderen die Unterscheidung zwischen en- und ett-Wörtern, den beiden Geschlechtern - welches ein Wort hat, lässt sich nicht ableiten und muss mitgelernt werden.
Dazu kommt der Tonakzent: Schwedisch unterscheidet Wörter durch die Melodie, mit der sie gesprochen werden. „Anden" bedeutet je nach Tonverlauf die Ente oder der Geist. Für die Verständigung ist das selten entscheidend, es prägt aber den Klang der Sprache - und ist der Grund, warum Schwedisch für deutsche Ohren singend wirkt.
Ablauf und Niveaustufen
Ein Semester umfasst meist 15 Termine zu je 90 Minuten bei Gebühren zwischen 80 und 160 Euro.
- A1 (1. Semester)Aussprache, sich vorstellen, Zahlen, Gegenwart, einfache Fragen
- A2 (2.-3. Semester)Alltagsgespräche, Vergangenheit, Einkaufen, Reisen, Wohnen
- B1 (ab 4. Semester)Zusammenhängend erzählen, Meinung äußern, Zeitungstexte lesen
Weil der Einstieg vergleichsweise schnell geht, kombinieren manche Volkshochschulen A1 und A2 zu einem Jahreskurs. Wer Vorkenntnisse aus einer anderen skandinavischen Sprache hat, kann oft direkt höher einsteigen.
Wer an der VHS Schwedisch lernt
Die häufigsten Gründe sind Urlaub und Auswanderung. Schweden ist ein beliebtes Reiseziel, und wer dort ein Ferienhaus hat oder länger bleiben möchte, kommt mit Englisch zwar durch, bleibt aber außen vor. Dazu kommen Studierende mit Austauschsemester, Beschäftigte skandinavischer Unternehmen und Menschen, die über Literatur oder Musik zur Sprache gefunden haben.
Schwedisch online lernen
Schwedisch gehört zu den Sprachen, die Volkshochschulen besonders häufig als Videokonferenz anbieten - die Nachfrage ist bundesweit verteilt, aber an einzelnen Standorten zu gering für einen Präsenzkurs. Online lassen sich Teilnehmende mehrerer Städte zusammenlegen. Weil Schwedisch keine fremde Schrift verlangt, funktioniert das Format hier besser als etwa bei Arabisch. Mehr dazu unter VHS Online Kurse.
Häufige Fragen zum Schwedischkurs
Wie schnell kann ich Schwedisch sprechen?
Für einfache Alltagsgespräche reichen meist zwei bis drei Semester, also ein bis anderthalb Jahre bei einem Abend pro Woche. Das ist deutlich schneller als bei Sprachen mit fremder Schrift oder komplexem Fallsystem - der verwandte Wortschatz trägt viel dazu bei.
Verstehe ich damit auch Norwegisch und Dänisch?
Beim Lesen weitgehend ja, die drei Sprachen sind eng verwandt. Gesprochenes Norwegisch fällt Schwedischlernenden meist leichter als Dänisch, dessen Aussprache stark von der Schreibung abweicht. Für eine sichere Verständigung braucht es trotzdem einen eigenen Kurs.
Brauche ich Englischkenntnisse?
Nein, der Unterricht läuft auf Deutsch. Englischkenntnisse helfen aber beim Wortschatz, weil viele schwedische Wörter englischen ähneln. Umgekehrt gilt: In Schweden sprechen fast alle sehr gut Englisch - wer die Landessprache lernt, tut das für den Zugang zu Land und Leuten, nicht aus Notwendigkeit.
Was kostet ein Schwedischkurs an der VHS?
Zwischen 80 und 160 Euro pro Semester, je nach Volkshochschule und Stundenzahl. Dazu kommt ein Lehrbuch für etwa 20 bis 30 Euro. Ermäßigungen gibt es vielerorts für Studierende, Auszubildende und Menschen im Leistungsbezug.
Gibt es Prüfungen oder Zertifikate?
An Volkshochschulen selten. Sie erhalten eine Teilnahmebescheinigung mit Niveauangabe. Wer einen anerkannten Nachweis für Studium oder Arbeit in Schweden braucht, benötigt in der Regel den Test „Swedex" oder das staatliche Tisus - beides wird nur an wenigen Stellen in Deutschland abgenommen.
Schwedischkurs in Ihrer Nähe finden
Schwedisch steht an vielen Volkshochschulen im Programm, häufiger als andere skandinavische Sprachen. Über unsere Übersicht der Bundesländer finden Sie die Einrichtung in Ihrer Region.

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