Kurs an der Volkshochschule anbieten: Ablauf, Honorar, Status

Wer an einer Volkshochschule unterrichtet, ist fast nie angestellt, sondern arbeitet auf Honorarbasis - mit eigenem Kurskonzept und eigener Rechnung. Der Weg dahin ist unspektakulär: Konzept schreiben, Fachbereichsleitung ansprechen, Programmschluss beachten. Zwei Punkte werden dabei regelmäßig unterschätzt: das Honorar und die Sozialversicherung.
- 20-40 ۟bliches Honorar je Unterrichtsstunde
- 45Minuten = eine Unterrichtsstunde
- 6-9Monate Vorlauf bis zum Programm
- Honorarkraftstatt Anstellung
Wie Sie einen Kurs unterbringen
- Programm lesen. Was gibt es schon, was fehlt? Ein Vorschlag, der eine Lücke füllt, hat es leichter als der fünfte Yogakurs.
- Konzept schreiben. Zwei Seiten genügen: Zielgruppe, Vorkenntnisse, Lernziele, Ablauf je Termin, Zahl der Termine, benötigter Raum und Ausstattung, Höchstteilnehmerzahl.
- Fachbereichsleitung ansprechen - nicht die allgemeine Info-Adresse. Jeder Programmbereich hat eine eigene Leitung; die entscheidet.
- Programmschluss beachten. Das Herbstprogramm wird im Frühjahr geplant, das Frühjahrsprogramm im Herbst. Wer im Juli anfragt, landet frühestens im Frühjahr.
- Mehrere Volkshochschulen ansprechen. Ein Konzept lässt sich an zwei, drei Einrichtungen der Region anbieten - das ist üblich und erhöht die Chance deutlich.
Welche Qualifikation erwartet wird
Für die meisten Bereiche ist kein pädagogischer Abschluss nötig - gefragt ist fachliche Kompetenz und die Fähigkeit, sie verständlich weiterzugeben. Ausnahmen mit festen Anforderungen:
- IntegrationskurseZulassung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, in der Regel Studium DaF/DaZ oder Zusatzqualifizierung
- PräventionskurseQualifikation nach den Vorgaben der Zentralen Prüfstelle Prävention, sonst zahlt die Krankenkasse nicht
- SchulabschlusskurseLehrbefähigung im Fach oder gleichwertige Qualifikation
- SprachkurseMuttersprache oder Niveau C1 aufwärts, oft zusätzlich eine Methodik-Fortbildung
Viele Volkshochschulen bieten neuen Kursleitungen eine didaktische Einführung an, teils kostenlos - fragen Sie danach.
Honorar und wovon es abhängt
Abgerechnet wird je Unterrichtsstunde zu 45 Minuten, nicht je Zeitstunde. Übliche Sätze liegen zwischen 20 und 40 Euro; in geförderten Bereichen wie Integrationskursen gelten höhere Mindesthonorare, in Hobbybereichen kleinerer Volkshochschulen sind es teils weniger.
Rechnen Sie ehrlich: Vor- und Nachbereitung, Material und Fahrt sind nicht bezahlt. Ein Abend mit drei Unterrichtsstunden bringt brutto 60 bis 120 Euro - bei einer Stunde Vorbereitung sieht die Rechnung anders aus als der Stundensatz vermuten lässt. Ob ein Kurs stattfindet, hängt zudem an der Mindestteilnehmerzahl; fällt er aus, gibt es kein Honorar.
Sozialversicherung: der Punkt, den viele übersehen
Selbständige Lehrkräfte sind nach § 2 Satz 1 Nr. 1 SGB VI rentenversicherungspflichtig, wenn sie im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit keinen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen. Das gilt unabhängig davon, wie gering das Honorar ist - liegt es dauerhaft unter der Geringfügigkeitsgrenze, greift eine Ausnahme. Wer das nicht anmeldet, bekommt die Beiträge unter Umständen rückwirkend nachberechnet.
Dazu kommt eine Entwicklung, die alle Bildungsträger betrifft: Nach dem sogenannten Herrenberg-Urteil des Bundessozialgerichts von 2022 sind Honorarlehrkräfte häufiger als abhängig Beschäftigte einzustufen als früher angenommen. Der Gesetzgeber hat mit § 127 SGB IV eine Übergangsregelung geschaffen, die bis Ende 2027 befristet ist und rückwirkende Nachforderungen verhindert, wenn beide Seiten von Selbständigkeit ausgingen und die Lehrkraft zustimmt.
Für Sie heißt das praktisch: Klären Sie den Status bei Vertragsschluss ausdrücklich und lassen Sie sich die Regelung erklären. Die Volkshochschulen sind darauf vorbereitet - das Thema beschäftigt die Branche seit Jahren.
Häufige Fragen
Brauche ich eine pädagogische Ausbildung?
In den meisten Bereichen nicht - fachliche Kompetenz und Vermittlungsfähigkeit genügen. Feste Anforderungen gelten für Integrationskurse, zertifizierte Präventionskurse und Schulabschlusskurse.
Wie hoch ist das Honorar?
Meist 20 bis 40 Euro je Unterrichtsstunde zu 45 Minuten. In geförderten Bereichen liegt es höher. Vor- und Nachbereitung sind nicht gesondert bezahlt - das sollten Sie einkalkulieren.
Bin ich angestellt?
In aller Regel nicht, sondern Honorarkraft mit eigenem Vertrag je Kurs. Zur sozialversicherungsrechtlichen Einordnung gilt bis Ende 2027 die Übergangsregelung des § 127 SGB IV - sprechen Sie den Status bei Vertragsschluss an.
Muss ich mich bei der Rentenversicherung melden?
Selbständige Lehrkräfte ohne versicherungspflichtige Angestellte sind nach § 2 SGB VI rentenversicherungspflichtig. Nur bei dauerhaft geringfügigem Einkommen greift eine Ausnahme. Melden Sie die Tätigkeit an, sonst drohen Nachforderungen.
Wann muss ich meinen Vorschlag einreichen?
Sechs bis neun Monate vor Kursbeginn. Das Herbstprogramm entsteht im Frühjahr, das Frühjahrsprogramm im Herbst - nach Redaktionsschluss geht nichts mehr ins gedruckte Heft.
Was, wenn zu wenige Anmeldungen kommen?
Dann fällt der Kurs aus und es gibt kein Honorar. Fragen Sie nach der Mindestteilnehmerzahl und danach, ob die Volkshochschule bei knapper Belegung eine reduzierte Durchführung anbietet.
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Zuständig ist die Fachbereichsleitung Ihres Themas. Über unsere Übersicht der Bundesländer finden Sie die Einrichtungen Ihrer Region - sprechen Sie ruhig mehrere an.

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