Autogenes Training an der Volkshochschule
Autogenes Training ist eine der wenigen Entspannungsmethoden, die man wirklich lernen muss - und danach überall anwenden kann, ohne Matte, Musik oder Anleitung. Der Kurs vermittelt sechs Übungen, die aufeinander aufbauen. Nach acht bis zehn Wochen sitzt die Grundstufe, danach genügen wenige Minuten am Tag.
- 6Übungen in der Grundstufe
- 8-12Termine je Kurs
- 5-10Minuten tägliche Übung danach
- 80-100 %Erstattung bei Zertifizierung
Was autogenes Training ist
Die Methode geht auf den Berliner Arzt Johannes Heinrich Schultz zurück und arbeitet mit Selbstsuggestion: Kurze Formeln wie „der rechte Arm ist ganz schwer" werden innerlich wiederholt, bis der Körper darauf reagiert. Das ist kein Einbilden - Schwere- und Wärmeempfinden entstehen durch messbare Veränderungen in Muskelspannung und Durchblutung.
Die Grundstufe besteht aus sechs Übungen, die nacheinander gelernt werden: Schwere, Wärme, Herz, Atem, Bauchraum und Stirn. Jede braucht ein bis zwei Kurstermine und tägliches Üben zwischendurch.
Wobei es hilft und wobei nicht
Belegt ist die Wirkung bei innerer Unruhe, Einschlafstörungen, Spannungskopfschmerz und leichten stressbedingten Beschwerden. Viele nutzen es vor Prüfungen, Auftritten oder schwierigen Gesprächen, weil sich die Formeln unauffällig anwenden lassen - im Wartezimmer, im Zug, vor der Präsentation.
Was es nicht ist: eine Behandlung. Bei Depressionen, Angststörungen oder akuten psychischen Krisen ersetzt der Kurs keine Therapie, und manche Übungen sind dann sogar ungeeignet. Sprechen Sie in dem Fall vorher mit der Kursleitung oder ärztlich ab.
Ablauf und was Sie mitbringen
Ein Kurs läuft über 8 bis 12 Termine zu 60 bis 90 Minuten. Geübt wird im Sitzen oder Liegen, deshalb bequeme Kleidung und eine Decke mitbringen - beim Entspannen kühlt der Körper aus. Matten stellt die Volkshochschule.
Entscheidend ist das Üben zwischen den Terminen. Zweimal täglich fünf Minuten bringen mehr als einmal wöchentlich eine Stunde. Wer das nicht einplant, kommt über das Schweregefühl nicht hinaus.
Zahlt die Krankenkasse?
Autogenes Training gehört zu den Verfahren, die besonders häufig nach § 20 SGB V zertifiziert sind. Die gesetzlichen Kassen erstatten dann meist 80 bis 100 Prozent der Gebühr für ein bis zwei Kurse im Jahr, bei mindestens 80 Prozent Teilnahme. Die Einzelheiten stehen unter VHS Gesundheitskurse.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, bis es wirkt?
Das Schweregefühl stellt sich bei vielen schon in den ersten Wochen ein. Bis die Grundstufe sitzt und sich der Zustand zuverlässig herstellen lässt, vergehen meist acht bis zwölf Wochen mit täglichem Üben.
Was ist der Unterschied zur Progressiven Muskelentspannung?
Bei der Progressiven Muskelentspannung werden Muskeln bewusst angespannt und wieder gelöst - körperlich und leicht zugänglich. Autogenes Training arbeitet ohne Bewegung, allein über Vorstellung. Es braucht länger, funktioniert danach aber überall und unauffällig.
Kann ich es aus einem Buch oder per App lernen?
Möglich ist es, im Kurs geht es meist schneller. Der Grund ist die Rückmeldung: Wer nichts spürt, macht oft einen kleinen Fehler in Haltung oder Formel, den die Kursleitung sofort erkennt. Zum Nachüben zu Hause sind Aufnahmen dann hilfreich.
Ist es für Kinder geeignet?
Ab etwa acht Jahren ja, mit angepassten Formeln und kürzeren Übungen. Einzelne Volkshochschulen bieten eigene Kinderkurse an, oft in Kooperation mit Schulen.
Was kostet der Kurs?
Zwischen 50 und 130 Euro für den gesamten Kurs. Ist er als Präventionskurs zertifiziert, erstattet die Krankenkasse den Großteil - fragen Sie vor der Anmeldung nach der Kursnummer im Prüfsiegel-Verzeichnis.
Kurs in Ihrer Nähe finden
Autogenes Training gehört zum Standardprogramm fast jeder Volkshochschule. Über unsere Übersicht der Bundesländer finden Sie die Einrichtung in Ihrer Region.
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