Faszientraining an der Volkshochschule
Faszien sind das Bindegewebe, das Muskeln, Organe und Knochen umhüllt und miteinander verbindet. Beim Faszientraining wird dieses Gewebe gedehnt, federnd belastet und mit einer Rolle bearbeitet. An Volkshochschulen läuft es meist als Gesundheitskurs über ein Semester - oft unter Namen wie „Faszienfitness", „Beweglich bleiben" oder als Teil eines Rückenkurses.
- 8-12Termine je Kurs
- 60-120 €Kursgebühr
- 60 Min.je Einheit
- 2xpro Woche üben genügt
Was Faszientraining ist
Lange galt Bindegewebe als bloße Verpackung. Inzwischen weiß man, dass es kräftig, elastisch und gut durchblutet ist und Bewegung mitträgt. Wird es wenig belastet oder einseitig beansprucht, verliert es an Gleitfähigkeit - das ist der Punkt, an dem ein Kurs ansetzt.
Trainiert wird in vier Richtungen: federnde Sprünge für die Elastizität, langsame Dehnungen über lange Ketten statt einzelner Muskeln, Rollen mit Hartschaumrolle oder Ball und Wahrnehmungsübungen, bei denen es darum geht, Spannung überhaupt zu bemerken. Eine Stunde mischt diese Teile.
Wie eine Stunde abläuft
Nach dem Aufwärmen folgen meist die federnden Anteile, danach die Rolle, zum Schluss ruhige Dehnungen. Das Rollen ist der Teil, der Neulinge überrascht: Es tut an verspannten Stellen deutlich weh, und genau dort soll man langsamer werden statt fester zu drücken. Gute Kursleitungen sagen das dazu und korrigieren das Tempo.
Rollen und Bälle stellt die Volkshochschule in der Regel; eine eigene Rolle kostet zwischen 20 und 40 Euro und lohnt sich erst, wenn Sie zu Hause weiterüben.
Was es bringt - und was nicht
Belegt ist, dass regelmäßiges Faszientraining die Beweglichkeit verbessert und Muskelkater nach ungewohnter Belastung verkürzt. Viele Teilnehmende berichten, dass sich Verspannungen im Schulter- und Rückenbereich lösen.
- Beweglichkeit und Dehnfähigkeit nehmen messbar zu
- Die Körperwahrnehmung verbessert sich - Fehlhaltungen fallen früher auf
- Als Ergänzung zu Kraft- oder Ausdauertraining sinnvoll, nicht als Ersatz
Nicht belegt ist dagegen, dass Rollen Cellulite beseitigt, Fett abbaut oder „Verklebungen löst" - diese Bilder stammen aus der Werbung, nicht aus der Forschung. Bei akuten Schmerzen, frischen Verletzungen, Thrombose oder während einer Krebsbehandlung gehört die Belastung vorher mit der Ärztin oder dem Arzt besprochen.
Für wen es passt
Für Menschen mit sitzender Tätigkeit, für Sporttreibende als Ergänzung und für alle, die morgens steif aufstehen. Vorkenntnisse braucht es nicht, Kondition auch nicht. Wer sich nicht auf den Boden legen und wieder aufstehen kann, sollte nach einem Kurs mit Übungen im Stand oder am Stuhl fragen - an größeren Volkshochschulen gibt es die.
Kosten und Kassenzuschuss
Ein Semesterkurs kostet meist zwischen 60 und 120 Euro. Ist er nach § 20 SGB V als Präventionskurs zertifiziert, erstattet die gesetzliche Krankenkasse üblicherweise 80 bis 100 Prozent der Gebühr für ein bis zwei Kurse im Jahr. Reine Faszienkurse sind seltener zertifiziert als Rückenschule oder Yoga, weil die Zertifizierung ein standardisiertes Konzept verlangt. Fragen Sie vor der Anmeldung nach der Kursnummer der Zentralen Prüfstelle Prävention - ohne die zahlt die Kasse nicht.
Häufige Fragen
Was bringt Faszientraining wirklich?
Muss Faszienrollen wehtun?
Wie oft sollte man üben?
Brauche ich eine eigene Faszienrolle?
Zahlt die Krankenkasse den Kurs?
Kurs in Ihrer Nähe finden
Faszientraining läuft im Fachbereich Gesundheit, oft im selben Programmteil wie Rückenschule und Pilates. Wenn Ihre Volkshochschule keinen eigenen Kurs führt, lohnt der Blick in die Beschreibung der Rückenkurse - der Faszienanteil steckt oft dort drin. Über die Städteübersicht finden Sie die Einrichtung vor Ort.
Faszientraining in Ihrer Region
Volkshochschulen sind kommunal organisiert - welche Kurse tatsächlich laufen, entscheidet die Einrichtung vor Ort. Über die Städteseiten finden Sie Adressen, Kursbereiche und Einrichtungen in der Umgebung.