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VHS Kurse zu Gesellschaft und Politik

Publikum bei einem Abendvortrag, zwei Referenten sitzen vorn am Tisch

Mensch und Gesellschaft ist der Programmbereich, mit dem die Volkshochschulen historisch begonnen haben. Die ersten Einrichtungen im frühen 20. Jahrhundert wurden gegründet, um Erwachsenen unabhängig von Herkunft und Schulbildung Zugang zu Wissen und politischer Urteilsfähigkeit zu geben. Dieser Auftrag steht bis heute in den Weiterbildungsgesetzen der Länder und erklärt, warum viele Angebote in diesem Bereich kostenfrei oder stark ermäßigt sind.

Politische Bildung

Dazu gehören Vortragsreihen zu aktuellen politischen Fragen, Diskussionsveranstaltungen mit Fachleuten, Angebote zur Medienkompetenz und zum Erkennen von Desinformation sowie Veranstaltungen zur Vorbereitung auf Wahlen. Die Volkshochschulen sind dabei zur Überparteilichkeit verpflichtet: Sie dürfen informieren und Kontroversen abbilden, aber keine politische Position propagieren. Dieses Gebot ist der Grund, warum bei solchen Veranstaltungen oft mehrere Standpunkte auf dem Podium sitzen.

Recht, Geld und Verbraucherfragen

Ein praktisch orientierter Teil des Programms beschäftigt sich mit Fragen, die jeden betreffen: Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung, Erbrecht, Mietrecht, Vorsorge im Alter, Umgang mit Verträgen und Schuldenprävention. Diese Veranstaltungen dauern meist einen Abend, kosten wenig und werden häufig von Fachleuten aus der Region gehalten. Sie ersetzen keine Rechtsberatung im Einzelfall, geben aber die Orientierung, mit der man einschätzen kann, ob man juristischen Rat braucht.

Integration und Verständigung

Volkshochschulen sind bundesweit der größte Träger von Integrationskursen im Auftrag des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge. Diese Kurse verbinden Sprachunterricht mit einem Orientierungsteil zu Rechtsordnung, Geschichte und Alltagsleben in Deutschland. Für Teilnahmeberechtigte übernimmt der Bund einen Großteil der Kosten; unter bestimmten Voraussetzungen ist die Teilnahme vollständig kostenfrei.

Der Einbürgerungstest an der Volkshochschule

Wer sich in Deutschland einbürgern lassen möchte, muss Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung nachweisen. Der übliche Weg dafür ist der Einbürgerungstest, und abgenommen wird er ganz überwiegend an Volkshochschulen: Sie sind die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zugelassenen Prüfungsstellen. Auch die Anmeldung läuft direkt über die Volkshochschule, nicht über die Einbürgerungsbehörde.

Ablauf und Bewertung

Fragen33 Fragen im Multiple-Choice-Verfahren, je vier Antworten zur Auswahl
Zusammensetzung30 Fragen zu bundesweiten Themen, 3 Fragen zum Bundesland
Bestehensgrenzemindestens 17 richtige Antworten
Zeit60 Minuten
Gebühr25 Euro
ErgebnisZertifikat „Test Leben in Deutschland", unbefristet gültig

Der gesamte Fragenkatalog ist öffentlich: 300 bundesweite Fragen plus je 10 Fragen pro Bundesland. Aus genau diesem Katalog werden die Prüfungsfragen gezogen, es kommt also keine unbekannte Frage vor. Das Bundesamt stellt den Katalog samt Online-Testversion kostenfrei bereit. Wer durchfällt, kann den Test beliebig oft wiederholen, muss die Gebühr aber jedes Mal neu entrichten.

Vorbereitungskurse

Viele Volkshochschulen bieten begleitend Kurse an, die den Fragenkatalog durchgehen und die Hintergründe erklären. Sie dauern meist zwischen einem Wochenende und acht Abenden. Verpflichtend sind sie nicht: Sie können sich auch allein vorbereiten und nur zur Prüfung antreten. Für Menschen, die den Orientierungskurs eines Integrationskurses abgeschlossen haben, entfällt der Einbürgerungstest in der Regel ganz, weil der dortige Abschlusstest ihn ersetzt.

Kurse aus Gesellschaft, Recht und Geschichte

Diese Themen behandeln wir ausführlich - mit Rechtsstand, Fristen und dem, was Volkshochschulen leisten dürfen:

Häufige Fragen

Wo melde ich mich für den Einbürgerungstest an?

Direkt bei einer zugelassenen Prüfungsstelle, meist der Volkshochschule vor Ort. Sie brauchen dafür einen gültigen Ausweis oder Pass. Zwischen Anmeldung und Prüfungstermin liegen je nach Andrang einige Wochen, deshalb lohnt eine frühzeitige Anmeldung, wenn ein Einbürgerungsantrag ansteht.

Brauche ich den Test überhaupt?

Nicht in jedem Fall. Wer einen deutschen Schulabschluss oder ein Studium in Deutschland vorweisen kann, ist von der Nachweispflicht befreit. Auch ein bestandener Test „Leben in Deutschland" aus einem Integrationskurs zählt. Die Einbürgerungsbehörde sagt Ihnen verbindlich, was in Ihrem Fall gilt.

Warum sind manche Veranstaltungen kostenlos?

Politische Bildung gehört zum öffentlichen Auftrag der Volkshochschulen und wird von Kommunen und Ländern mitfinanziert. Zusätzlich fördern die Landeszentralen für politische Bildung einzelne Reihen. Deshalb ist der Eintritt bei vielen Vorträgen frei oder auf einen kleinen Unkostenbeitrag begrenzt.

Muss ich mich für einen Vortrag anmelden?

Meist ja, auch wenn die Veranstaltung kostenfrei ist, weil die Plätze begrenzt sind. Bei Reihen mit hoher Nachfrage lohnt eine frühzeitige Anmeldung. Die Volkshochschule vermerkt in der Ankündigung, ob eine Anmeldung erforderlich ist.

Wer kann an einem Integrationskurs teilnehmen?

Teilnahmeberechtigt sind je nach Aufenthaltsstatus Zugewanderte, teils auf eigenen Antrag, teils durch Verpflichtung der Ausländerbehörde oder des Jobcenters. Die Volkshochschule berät zum Verfahren und führt einen Einstufungstest durch, der über den passenden Kursabschnitt entscheidet.

Angebote in Ihrer Stadt

Welche Themen behandelt werden, hängt stark vom lokalen Geschehen und den Kooperationspartnern vor Ort ab. Über unsere Übersicht der Bundesländer finden Sie die Volkshochschule in Ihrer Nähe. Weitere Bereiche des Programms finden Sie unter Sprachkurse und berufliche Weiterbildung.

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