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Ahnenforschung an der Volkshochschule

Alte Familienfotos und Dokumente auf einem Tisch

Die eigene Familie bis ins 18. Jahrhundert zurückzuverfolgen ist in Deutschland realistisch - die Kirchenbücher reichen vielerorts bis zum Dreißigjährigen Krieg zurück. Was die meisten unterschätzt: Nicht das Finden ist die Hürde, sondern das Lesen. Wer die alte deutsche Schrift nicht entziffern kann, steht vor verschlossenen Quellen. Genau da setzen VHS-Kurse an.

  • ab 1876Standesämter in ganz Deutschland
  • bis ~1650reichen viele Kirchenbücher
  • 6-10Termine je Kurs
  • 60-140 €Kursgebühr

Die Quellen und ihre Reihenfolge

  • Familie zuerstStammbücher, Urkunden, Fotos, Briefe - und Gespräche mit den ältesten Verwandten. Was dort verloren geht, ist unwiederbringlich
  • Standesamtab 1876 reichsweit: Geburt, Heirat, Tod. Personenstandsregister werden nach Fristen an Archive abgegeben
  • Kirchenbücherdavor die Hauptquelle - Taufen, Trauungen, Bestattungen, vielerorts ab dem 17. Jahrhundert
  • Weitere QuellenAuswanderungslisten, Militärunterlagen, Adressbücher, Grundbücher, Zeitungen

Die Reihenfolge ist keine Formsache: Wer mitten in der Vergangenheit anfängt, verliert sich. Geforscht wird immer vom Bekannten zum Unbekannten, Generation für Generation.

Die alte Schrift lesen

Bis in die 1940er Jahre wurde in Deutschland überwiegend Kurrent und Sütterlin geschrieben. Für heutige Augen ist das eine Fremdsprache: Das kleine e sieht aus wie ein n, h und f sind kaum zu unterscheiden, und geschrieben wurde ohne einheitliche Rechtschreibung.

Deshalb bieten viele Volkshochschulen eigene Kurse zum Lesen alter Handschriften an - oft der nützlichste Kurs im ganzen Themenfeld. Geübt wird an echten Kirchenbuchseiten, vom Gedruckten zum Geschriebenen. Nach einigen Wochen liest man, was vorher wie Gekritzel aussah.

Was online geht - und was nicht

Ein großer Teil der Kirchenbücher ist inzwischen digitalisiert, etwa in Archion und Matricula, dazu kommen Portale wie Ancestry, FamilySearch und die Datenbanken des Vereins für Computergenealogie. Vieles davon ist kostenpflichtig, manches frei.

Was Kurse hier leisten: die Auswahl. Welches Portal deckt welche Region ab, wo lohnt ein Abo, was findet man kostenlos im Landesarchiv? Diese Übersicht spart mehr Geld als der Kurs kostet. Und sie bewahrt vor dem häufigsten Anfängerfehler: fremde Online-Stammbäume ungeprüft zu übernehmen.

Ordnung halten und weitergeben

Ab der dritten Generation wird es unübersichtlich - 8 Urgroßeltern, 16 Ururgroßeltern, dazu Geschwister und Ehen. Kurse zeigen die gängige Nummerierung nach Kekulé, den Umgang mit Genealogieprogrammen und das Format GEDCOM, mit dem sich Daten zwischen Programmen austauschen lassen.

Ein Punkt, der oft zu spät kommt: Quellen notieren. Jedes Datum gehört mit Herkunft festgehalten - Archiv, Buch, Seite. Wer das nachträglich rekonstruieren muss, arbeitet Jahre doppelt.

Häufige Fragen

Wie weit komme ich zurück?

In Deutschland realistisch bis ins 17. oder 18. Jahrhundert, je nachdem, ob die Kirchenbücher der Region Kriege und Brände überstanden haben. Ab 1876 gibt es reichsweit Standesämter.

Muss ich die alte Schrift lernen?

Ja, ohne Kurrent und Sütterlin bleiben die wichtigsten Quellen verschlossen. Viele Volkshochschulen bieten dafür eigene Lesekurse an - das ist oft der nützlichste Kurs überhaupt.

Geht das nicht alles online?

Vieles ist digitalisiert, aber längst nicht alles, und die Portale decken unterschiedliche Regionen ab. Für manche Bestände führt kein Weg am Archivbesuch vorbei.

Was kostet Ahnenforschung?

Der Kurs 60 bis 140 Euro. Dazu kommen Archivgebühren, Kopien und je nach Vorgehen Abos für Portale. Vieles lässt sich kostenlos recherchieren, wenn man weiß, wo.

Wie fange ich an?

Bei sich selbst und rückwärts: eigene Urkunden, dann Eltern und Großeltern, dazu Gespräche mit den ältesten Verwandten. Erst wenn diese Basis steht, geht es in die Archive.

Kurs in Ihrer Nähe finden

Kurse zu Ahnenforschung und alten Schriften stehen vor allem an größeren Volkshochschulen im Programm. Über unsere Übersicht der Bundesländer finden Sie die Einrichtung in Ihrer Region.

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