VHS Gesundheitskurse
Gesundheit und Bewegung gehören zu den am stärksten belegten Programmbereichen der Volkshochschulen. Das Angebot reicht von Yoga und Pilates über Rückenschulen und Entspannungsverfahren bis zu Selbstverteidigung und Tanz. Anders als im Fitnessstudio steht dabei nicht das Training an Geräten im Vordergrund, sondern das Erlernen einer Methode unter Anleitung - in Kursen mit festem Anfang, festem Ende und einer überschaubaren Gruppengröße.
Was Gesundheitskurse an der VHS ausmacht
Ein VHS-Gesundheitskurs läuft typischerweise über 8 bis 15 Termine, meist einmal wöchentlich für 60 bis 90 Minuten. Die Gruppen sind mit 10 bis 20 Teilnehmenden kleiner als in vielen kommerziellen Angeboten. Die Kursgebühr liegt je nach Volkshochschule und Umfang meist zwischen 40 und 120 Euro für den gesamten Kurs, nicht pro Monat. Damit sind die Volkshochschulen in diesem Bereich deutlich günstiger als private Anbieter, weil sie einen öffentlichen Bildungsauftrag erfüllen und von den Kommunen mitfinanziert werden.
Vorkenntnisse sind in aller Regel nicht nötig. Viele Kurse tragen im Programmheft einen Hinweis auf das Niveau, etwa „für Anfänger", „für Geübte" oder „sanft, auch bei Beschwerden geeignet". Wer unsicher ist, welcher Kurs passt, kann sich vor der Anmeldung bei der Volkshochschule beraten lassen - das ist ausdrücklich Teil des Angebots und kostet nichts.
Zahlt die Krankenkasse mit?
Ein Teil der VHS-Gesundheitskurse ist nach § 20 SGB V als Präventionskurs zertifiziert. Bei diesen Kursen erstatten die gesetzlichen Krankenkassen üblicherweise 80 bis 100 Prozent der Gebühr für ein bis zwei Kurse pro Jahr, sofern man regelmäßig teilgenommen hat. Die Zertifizierung erkennt man im Programm meist am Hinweis „Präventionskurs" oder am Prüfsiegel der Zentralen Prüfstelle Prävention.
Wichtig: Die Zertifizierung hängt am einzelnen Kurs und an der Qualifikation der Kursleitung, nicht am Thema. Ein Yogakurs kann zertifiziert sein, ein anderer an derselben Volkshochschule nicht. Vor der Anmeldung lohnt daher der Blick in die Kursbeschreibung und im Zweifel ein Anruf bei der eigenen Krankenkasse.
So gehen Sie sicher, dass die Erstattung klappt:
- Vor der Anmeldung prüfen, ob der Kurs im Prüfsiegel-Verzeichnis der Zentralen Prüfstelle Prävention geführt wird. Die Volkshochschule nennt auf Nachfrage die Kursnummer.
- Teilnahme dokumentieren - die Kursleitung führt eine Anwesenheitsliste, aus der später die Bescheinigung entsteht.
- Mindestens 80 Prozent der Termine besuchen, sonst entfällt der Anspruch.
- Gebühr selbst zahlen und die Bescheinigung anschließend bei der Kasse einreichen. Eine direkte Abrechnung zwischen Volkshochschule und Krankenkasse gibt es nicht.
- Auf das Jahreslimit achten - die meisten Kassen erstatten ein bis zwei Präventionskurse pro Kalenderjahr.
Nicht zertifiziert sind in der Regel reine Tanz-, Selbstverteidigungs- und Wellnessangebote sowie fortlaufende Kurse ohne festes Ende. Das macht sie nicht schlechter, nur eben nicht erstattungsfähig.
Kursthemen im Überblick
Diese Kurse aus dem Bereich Gesundheit und Bewegung stellen wir ausführlicher vor:
- VHS Yogakurs - Körperübungen, Atmung und Entspannung, der Klassiker im Gesundheitsprogramm
- VHS Pilates Kurs - Training für die tiefe Rumpfmuskulatur, gelenkschonend
- VHS Rückenschule - Kräftigung und rückengerechtes Verhalten im Alltag
- VHS Autogenes Training - Entspannung durch Selbstbeeinflussung, häufig zertifiziert
- VHS Entspannungskurs - von Progressiver Muskelentspannung bis Achtsamkeit
- VHS Zumba® Kurs - Ausdauertraining zu lateinamerikanischer Musik
- VHS Selbstverteidigungskurs - Grundlagen für mehr Sicherheit im Alltag
- VHS Tanzkurs - Paartanz und Einzeltanz, oft auch als Kurs für Paare
Kurse im Bereich Gesundheit und Bewegung
Von Bewegung über Entspannung bis Prävention - diese Kurse behandeln wir ausführlich, jeweils mit Ablauf, Kosten und der Frage, wann die Krankenkasse zahlt:
- Achtsamkeit und MBSR
- Aquafitness
- Autogenes Training
- Beckenbodentraining
- Entspannung
- Erste Hilfe
- Faszientraining
- Gedächtnistraining
- Klangschalen
- Laufkurs
- Massage
- Meditation
- Muskelentspannung
- Nordic Walking
- Pilates
- Qigong
- Rückenschule
- Salsa
- Schwimmen lernen
- Selbstverteidigung
- Tai Chi
- Tanzkurs
- Yoga
- Zumba
Häufige Fragen zu VHS-Gesundheitskursen
Brauche ich für einen Gesundheitskurs ein ärztliches Attest?
In der Regel nicht. Bei einigen Rücken- und Reha-nahen Angeboten wird eine ärztliche Unbedenklichkeitsbescheinigung empfohlen, vor allem nach Operationen oder bei akuten Beschwerden. Die Volkshochschule weist in der Kursbeschreibung darauf hin, wenn eine solche Bescheinigung nötig ist.
Kann ich in einen laufenden Kurs einsteigen?
Bei fortlaufenden Bewegungskursen ist ein späterer Einstieg oft möglich, die Gebühr wird dann anteilig berechnet. Bei aufbauenden Kursen, etwa einem Entspannungsverfahren mit festem Übungsprogramm, ist der Einstieg meist nur zu Kursbeginn sinnvoll. Ein Anruf bei der Volkshochschule klärt das schnell.
Was muss ich zum Kurs mitbringen?
Bequeme Kleidung und in den meisten Fällen ein großes Handtuch. Matten, Kleingeräte und Hilfsmittel stellt die Volkshochschule üblicherweise. Wer eine eigene Matte bevorzugt, kann sie mitbringen. In der Kursbeschreibung steht, was konkret erwartet wird.
Wie viele Termine darf ich verpassen, damit die Kasse zahlt?
Für die Erstattung eines zertifizierten Präventionskurses verlangen die Krankenkassen üblicherweise eine Teilnahme an mindestens 80 Prozent der Termine. Bei einem Kurs mit zehn Terminen darf man also in der Regel zweimal fehlen. Die Volkshochschule stellt am Ende eine Teilnahmebescheinigung aus, die man bei der Kasse einreicht.
Gesundheitskurse in Ihrer Stadt finden
Welche Kurse tatsächlich stattfinden, entscheidet jede Volkshochschule für ihr eigenes Semester. Das aktuelle Programm steht im Kursheft und auf der Website der jeweiligen Einrichtung. Über unsere Übersicht der Bundesländer finden Sie die Volkshochschule in Ihrer Nähe und erfahren, ob es vor Ort eine Hauptstelle, eine Nebenstelle oder eine Geschäftsstelle gibt.
Wenn Sie berufstätig sind, kann auch der Bildungsurlaub interessant sein: Einzelne Gesundheitsthemen werden als mehrtägige Kompaktseminare angeboten, die in mehreren Bundesländern als Bildungsurlaub anerkannt sind.