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VHS Grundbildung

Ein Erwachsener schreibt in ein Übungsheft, eine Lernbegleiterin sitzt daneben

Rund 6,2 Millionen Erwachsene in Deutschland können nicht ausreichend lesen und schreiben, um im Alltag zurechtzukommen. Das hat die LEO-Studie der Universität Hamburg ermittelt. Die meisten dieser Menschen haben eine Schule besucht, viele sind erwerbstätig, und fast alle haben gelernt, ihre Schwierigkeiten zu verbergen. Die Volkshochschulen sind der wichtigste Anbieter von Kursen, die genau hier ansetzen - vertraulich, ohne Vorbedingungen und in den meisten Fällen kostenfrei.

Was Grundbildung umfasst

  • Alphabetisierung - Lesen und Schreiben von Grund auf oder gezielte Verbesserung vorhandener Kenntnisse.
  • Rechnen - Grundrechenarten, Prozentrechnung, Umgang mit Maßen und Rechnungen im Alltag.
  • Digitale Grundbildung - Formulare online ausfüllen, Behördenwege am Rechner, sichere Nutzung von Konten.
  • Finanzielle Grundbildung - Haushaltsbuch, Verträge verstehen, Schulden vermeiden.
  • Gesundheitsbezogene Grundbildung - Beipackzettel und Arztbriefe verstehen, Termine organisieren.
  • Deutsch als Zweitsprache - für Menschen, die in einer anderen Sprache alphabetisiert wurden.

Wie die Kurse ablaufen

Grundbildungskurse sind kleine Gruppen, oft mit sechs bis zwölf Teilnehmenden, und laufen über längere Zeiträume: ein Semester, häufig mehrere Jahre. Es gibt keinen Zeitdruck und keine Noten. Die Kursleitungen sind speziell für diese Arbeit ausgebildet, weil es hier nicht nur um Technik geht, sondern auch darum, jahrelange Vermeidungsstrategien und Scham abzubauen.

Der Einstieg ist jederzeit möglich, weil die Teilnehmenden auf sehr unterschiedlichen Niveaus arbeiten. Vor dem ersten Termin steht ein vertrauliches Gespräch, in dem gemeinsam festgelegt wird, woran gearbeitet werden soll. Niemand muss dabei vorlesen oder etwas nachweisen.

Kosten und Vertraulichkeit

Alphabetisierungs- und Grundbildungskurse sind an den meisten Volkshochschulen gebührenfrei oder kosten einen symbolischen Betrag, weil sie über Bund und Länder finanziert werden. Die Teilnahme wird vertraulich behandelt: Weder Arbeitgeber noch Behörden erfahren davon, sofern Sie es nicht selbst mitteilen.

Wer sich zunächst anonym informieren möchte, kann das kostenlose ALFA-Telefon unter 0800 53 33 44 55 anrufen. Die Beratung ist anonym und vermittelt auf Wunsch an einen Kurs in der Nähe.

Angebote der Grundbildung

Wege zurück in Sprache, Schrift und Alltagskompetenz:

Häufige Fragen zur Grundbildung

Muss ich nachweisen, dass ich Probleme beim Lesen habe?

Nein. Es gibt keinen Test, keine Einstufung nach Aktenlage und keine Meldung an Dritte. Sie melden sich an wie zu jedem anderen Kurs. Das Vorgespräch dient allein dazu, den passenden Kurs zu finden.

Erfährt mein Arbeitgeber davon?

Nein, es sei denn, Sie erzählen es selbst oder lassen den Kurs vom Arbeitgeber bezahlen. Die Volkshochschule gibt keine Teilnehmerdaten weiter. Wenn Sie den Kurs während der Arbeitszeit besuchen möchten, gibt es Modelle, bei denen als Grund allgemein „Weiterbildung" angegeben wird.

Wie lange dauert es, bis ich lesen und schreiben kann?

Das lässt sich nicht pauschal sagen, weil die Ausgangslagen sehr unterschiedlich sind. Realistisch sind mehrere Semester. Entscheidend ist die Regelmäßigkeit: Wer kontinuierlich teilnimmt, macht auch nach Jahren des Vermeidens deutliche Fortschritte.

Kann ich danach einen Schulabschluss machen?

Ja, und für viele ist das genau der Weg. Grundbildungskurse sind oft die Vorstufe zu einem Lehrgang, in dem der Schulabschluss nachgeholt wird. Die Volkshochschule begleitet diesen Übergang.

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Grundbildungsangebote gibt es an fast jeder größeren Volkshochschule, häufig ergänzt durch Lernberatungsstellen und Grundbildungszentren. Über unsere Übersicht der Bundesländer finden Sie die Einrichtung in Ihrer Nähe.

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