Geldanlage und ETF: Kurse an der Volkshochschule
Kurse zur Geldanlage an Volkshochschulen sind Verbraucherbildung: Sie erklären, wie Anlageprodukte funktionieren, welche Kosten anfallen und woran man unseriöse Angebote erkennt. Was sie ausdrücklich nicht tun, ist Ihnen zu sagen, was Sie kaufen sollen - das wäre Anlageberatung, und die ist erlaubnispflichtig.
- 1-6Termine je Kurs
- 10-90 €Kursgebühr
- 1.000 €Sparerpauschbetrag pro Jahr
- 3-6Monatsausgaben als Rücklage
Womit ein guter Kurs anfängt
Nicht mit Produkten, sondern mit der Reihenfolge: erst Schulden abbauen, dann eine Rücklage von drei bis sechs Monatsausgaben auf einem Tagesgeldkonto, danach erst langfristige Anlage. Wer diesen Aufbau überspringt, muss im Ernstfall genau dann verkaufen, wenn die Kurse unten sind.
Danach kommt das magische Dreieck: Rendite, Sicherheit und Verfügbarkeit lassen sich nicht gleichzeitig maximieren. Jedes Angebot, das hohe Rendite bei voller Sicherheit und jederzeitiger Verfügbarkeit verspricht, verschweigt etwas - das ist der brauchbarste Prüfstein, den ein solcher Abend vermittelt.
Was ETF sind
Ein ETF ist ein börsengehandelter Fonds, der einen Index nachbildet, statt einzelne Werte auszuwählen. Weil kein Fondsmanagement bezahlt werden muss, sind die laufenden Kosten niedrig - meist zwischen 0,1 und 0,5 Prozent im Jahr gegenüber 1,5 Prozent und mehr bei aktiv gemanagten Fonds. Über Jahrzehnte macht diese Differenz einen erheblichen Unterschied.
Im Kurs geht es um die Begriffe, die auf jedem Produktblatt stehen: TER als laufende Kostenquote, thesaurierend oder ausschüttend, physisch oder synthetisch replizierend, und das Fondsvolumen. Dazu die Steuerseite mit Freistellungsauftrag, Abgeltungsteuer und Vorabpauschale.
Ebenso deutlich sollte im Kurs vorkommen, was ETF nicht sind: keine sichere Anlage. Sie schwanken mit dem Markt, zeitweise erheblich, und wer das Geld in fünf Jahren braucht, ist damit falsch beraten.
Woran Sie unseriöse Angebote erkennen
- Zeitdruck - „nur heute", „letzte Plätze", Rückruf innerhalb von 24 Stunden
- Renditeversprechen ohne Risikohinweis oder mit garantierten zweistelligen Erträgen
- Unverständliche Konstruktionen - was sich nicht in drei Sätzen erklären lässt, gehört nicht ins eigene Depot
- Kein Impressum, Sitz im Ausland, Zahlung per Krypto oder Überweisung an Privatpersonen
- Vermeintlich kostenlose Seminare, die auf ein einzelnes Produkt hinauslaufen
Die BaFin führt Warnlisten zu unerlaubten Anbietern - ein Blick dorthin dauert eine Minute und ist der einfachste Schutz.
Was der Kurs nicht ist
Volkshochschulkurse leisten keine Anlageberatung. Eine Empfehlung, die zu Ihrer Situation, Ihrem Anlagehorizont und Ihrer Risikotragfähigkeit passt, dürfen nur zugelassene Berater aussprechen. Unabhängig - also ohne Provision am verkauften Produkt - beraten Honorar-Anlageberater und die Verbraucherzentralen.
Achten Sie darauf, wer den Kurs hält. Wird er von jemandem geleitet, der zugleich Produkte vertreibt, ist die Grenze zum Vertrieb schnell überschritten. Seriöse Volkshochschulkurse nennen keine konkreten Produktnamen als Empfehlung.
Häufige Fragen
Bekomme ich im Kurs eine Anlageempfehlung?
Was bedeutet TER bei einem ETF?
Sind ETF sicher?
Wie viel sollte ich als Rücklage haben, bevor ich anlege?
Woran erkenne ich ein unseriöses Angebot?
Kurs in Ihrer Nähe finden
Kurse zur Geldanlage laufen im Fachbereich Mensch und Gesellschaft, teils in Zusammenarbeit mit Verbraucherzentralen. Verwandte Themen: Steuererklärung und Rente beantragen. Die zuständige Volkshochschule zeigt die Städteübersicht.