Rückbildungsgymnastik an der Volkshochschule
Rückbildung ist keine Frage der Figur, sondern der Statik: Beckenboden und tiefe Bauchmuskulatur haben neun Monate lang getragen und brauchen danach gezielten Aufbau. Wer das auslässt, merkt es oft erst Jahre später - Belastungsinkontinenz und Rückenbeschwerden gehen häufig auf eine nie abgeschlossene Rückbildung zurück.
- 8-10Termine je Kurs
- 10 Std.Kassenleistung über die Hebamme
- 6-8 Wo.Abstand nach der Geburt
- 9 Mon.Frist für die Kassenerstattung
Wann der Kurs beginnen sollte
Nach einer unkomplizierten Geburt liegt der übliche Start bei sechs bis acht Wochen, nach einem Kaiserschnitt eher bei acht bis zwölf. Maßgeblich ist die Rückmeldung aus der Nachuntersuchung - die Wundheilung und der Zustand des Beckenbodens entscheiden, nicht der Kalender.
Davor gibt es Rückbildung im Kleinen: die sogenannte Wochenbettgymnastik, die die Hebamme zeigt. Dabei geht es um Atmung und behutsame Aktivierung, nicht um Kräftigung.
Was im Kurs gemacht wird
Kern ist der Beckenboden - ihn überhaupt erst zu spüren, ist für viele der schwierigste Teil. Gearbeitet wird mit Anspannen und bewusstem Loslassen, verbunden mit der Atmung, später in Alltagsbewegungen übertragen: Heben, Tragen, Aufstehen, Husten.
Dazu kommt die tiefe Bauchmuskulatur und die Haltung. Wichtig ist, was nicht gemacht wird: Klassische Sit-ups, Crunches und Planks sind in dieser Phase kontraproduktiv, weil sie den Druck nach unten und nach vorn lenken - bei einer Rektusdiastase, dem Auseinanderweichen der geraden Bauchmuskeln, verschlimmern sie den Zustand.
Rektusdiastase
Ein Spalt zwischen den geraden Bauchmuskeln ist nach der Schwangerschaft normal und bildet sich meist zurück. Bleibt er deutlich bestehen, gehört das abgeklärt - Kursleitungen prüfen den Abstand üblicherweise zu Beginn mit einem einfachen Fingertest und passen die Übungen an.
Anzeichen für zu frühe oder falsche Belastung sind ein sichtbares Vorwölben entlang der Mittellinie beim Aufrichten sowie Druckgefühl nach unten. Beides ist ein Grund, langsamer zu machen und mit der Hebamme oder Physiotherapie zu sprechen.
Kosten und Kassenleistung
- Die gesetzlichen Kassen übernehmen zehn Stunden Rückbildungsgymnastik, wenn eine Hebamme den Kurs leitet
- Der Kurs muss bis neun Monate nach der Geburt abgeschlossen sein
- Abgerechnet wird direkt zwischen Hebamme und Kasse - Sie zahlen nichts
- Wird der Kurs von einer Sport- oder Physiotherapeutin geleitet, ist er in der Regel selbst zu zahlen (meist 60 bis 120 Euro)
Deshalb lohnt vor der Anmeldung ein Blick in die Ausschreibung: Steht dort eine Hebamme als Leitung, ist der Kurs für Sie kostenfrei. Das ist der häufigste Grund, warum diese Kurse an Volkshochschulen schnell belegt sind.
Mit oder ohne Kind
Beides gibt es. Kurse mit Babybetreuung im Raum sind organisatorisch einfacher, aber unruhiger - die Übungen werden häufiger unterbrochen. Kurse ohne Kind sind konzentrierter, setzen aber eine Betreuung voraus. Wenn Sie die Wahl haben und jemanden zum Aufpassen finden, ist die Variante ohne Kind für den Beckenboden die wirksamere.
Häufige Fragen
Wann darf ich mit Rückbildungsgymnastik anfangen?
Zahlt die Krankenkasse den Kurs?
Was ist eine Rektusdiastase?
Kann ich mein Baby mitbringen?
Was passiert, wenn ich die Rückbildung auslasse?
Kurs in Ihrer Nähe finden
Rückbildungskurse laufen im Fachbereich Kinder, Jugend und Familie oder bei Gesundheit. Wer danach weitermachen möchte, findet das im Beckenbodentraining und bei Pilates. Passend für die Zeit danach: PEKiP und Babymassage. Die zuständige Volkshochschule zeigt die Städteübersicht.
Rückbildungsgymnastik in Ihrer Region
Volkshochschulen sind kommunal organisiert - welche Kurse tatsächlich laufen, entscheidet die Einrichtung vor Ort. Über die Städteseiten finden Sie Adressen, Kursbereiche und Einrichtungen in der Umgebung.