Imkerkurse an der Volkshochschule
Ein Bienenvolk ist kein Haustier, das man am Wochenende versorgt - es ist eine Verpflichtung über das ganze Jahr, mit rechtlichen Pflichten. Genau deshalb ist ein Kurs vor der Anschaffung sinnvoll. Volkshochschulen bieten meist den Einstieg an; die Betreuung über ein volles Bienenjahr übernehmen in der Regel die örtlichen Imkervereine.
- 1-8Termine je Kurs
- 30-150 €Kursgebühr
- 400-800 €Erstausstattung mit 2 Völkern
- PflichtAnmeldung beim Veterinäramt
Was im Kurs vermittelt wird
Am Anfang steht das Volk als Organismus: Königin, Arbeiterinnen, Drohnen und der Jahreszyklus vom Auswintern über die Schwarmzeit bis zur Einfütterung. Wer diesen Rhythmus verstanden hat, weiß, warum im Mai wöchentliche Kontrollen nötig sind und im Winter gar nichts zu tun ist.
Praktisch geht es um die Beute - so heißt die Bienenwohnung -, um das Arbeiten mit dem Smoker, das Ziehen und Lesen von Waben, das Erkennen der Königin und um die Schwarmkontrolle. Dazu die Honigernte: Schleudern, Abfüllen und die Frage, wann Honig reif ist (unter 18 Prozent Wassergehalt, gemessen mit dem Refraktometer).
Die Varroamilbe
Der wichtigste Teil jedes Anfängerkurses. Die Varroamilbe ist in Deutschland flächendeckend verbreitet, und ein unbehandeltes Volk stirbt in der Regel innerhalb weniger Jahre. Behandelt wird meist mit organischen Säuren nach einem festen Zeitplan im Sommer und Winter.
Wer ein Volk nicht behandelt, gefährdet nicht nur das eigene, sondern auch die Völker im Umkreis. Das ist der Grund, warum Imkerei ohne Anleitung problematisch ist - und warum ein Kurs mehr ist als eine nette Freizeitbeschäftigung.
Rechtliche Pflichten
- Anmeldung beim Veterinäramt - jede Bienenhaltung ist meldepflichtig, auch ein einzelnes Volk
- Tierseuchenkasse - Meldung und Beitrag je nach Bundesland
- Honig-Verordnung - wer Honig abgibt, unterliegt Kennzeichnungspflichten
- Standortrecht - im Garten meist zulässig, im Mietshaus ist Rücksprache nötig
Eine Haftpflichtversicherung, die Bienenhaltung einschließt, ist dringend zu empfehlen - viele Mitgliedschaften im Imkerverein enthalten sie.
Was der Einstieg kostet
Für zwei Völker mit Beuten, Schutzkleidung, Smoker und Werkzeug rechnen Sie mit 400 bis 800 Euro. Eine Honigschleuder kostet zusätzlich einige hundert Euro - Vereine verleihen sie meist, was den Einstieg deutlich verbilligt. Zwei Völker sind übrigens das Minimum: Nur im Vergleich erkennt man, ob ein Volk in Ordnung ist.
Für wen der Kurs passt
Für alle, die ernsthaft mit dem Gedanken spielen - und ausdrücklich auch für die, die danach feststellen, dass es doch nicht passt. Genau dafür ist ein Einführungskurs gut: Er kostet 30 bis 150 Euro, die Fehlanschaffung eines Bienenstandes ein Vielfaches.
Bei bekannter Insektengiftallergie gehört das ärztlich abgeklärt, bevor Sie mit Bienen arbeiten. Stiche lassen sich nicht vermeiden.
Häufige Fragen
Brauche ich eine Genehmigung für Bienen?
Was kostet der Einstieg in die Imkerei?
Wie viel Zeit muss ich einplanen?
Reicht ein Volkshochschulkurs, um zu imkern?
Muss ich die Varroamilbe behandeln?
Kurs in Ihrer Nähe finden
Imkerkurse laufen im Fachbereich Natur und Umwelt, oft in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Imkerverein. Sie starten meist im Spätwinter, damit der praktische Teil in die Saison fällt. Welche Volkshochschule für Ihren Ort zuständig ist, zeigt die Städteübersicht.
Imkerkurse in Ihrer Region
Volkshochschulen sind kommunal organisiert - welche Kurse tatsächlich laufen, entscheidet die Einrichtung vor Ort. Über die Städteseiten finden Sie Adressen, Kursbereiche und Einrichtungen in der Umgebung.