Kräuterwanderungen an der Volkshochschule
Eine Kräuterwanderung dauert zwei bis drei Stunden und führt selten weit - oft reicht der Wegrand am Ortsrand. Gelernt werden zehn bis fünfzehn Arten, die man danach zuverlässig erkennt. Genau darin liegt der Wert gegenüber dem Bestimmungsbuch: Beim Sammeln von Wildpflanzen entscheidet nicht die ungefähre Ähnlichkeit, sondern das eindeutige Merkmal.
- 2-3 Std.je Wanderung
- 15-45 €Kursgebühr
- Mär-SepSaison
- 10-15Arten je Termin
Die gefährlichen Verwechslungen
Das ist der wichtigste Teil jeder Wanderung, und eine gute Kursleitung beginnt damit:
- Bärlauch wird mit Maiglöckchen und Herbstzeitlose verwechselt - beide sind stark giftig, Vergiftungen enden regelmäßig tödlich. Bärlauch riecht beim Zerreiben deutlich nach Knoblauch, die anderen nicht. Der Geruchstest allein reicht nicht, wenn die Finger schon nach Bärlauch riechen
- Wilde Möhre und Gefleckter Schierling - der Schierling hat rot gefleckte Stängel und riecht unangenehm nach Mäuseurin
- Giersch und Hundspetersilie - der Giersch hat einen dreikantigen Stängel, das ist das sichere Merkmal
Die Regel dahinter ist einfach und gilt ohne Ausnahme: Was nicht zweifelsfrei bestimmt ist, bleibt stehen. Nicht probieren, nicht mitnehmen, nicht auf eine App verlassen.
Was typischerweise vorkommt
Im Frühjahr Bärlauch, Giersch, Brennnessel, Löwenzahn, Gundermann und Scharbockskraut, im Sommer Spitzwegerich, Schafgarbe, Johanniskraut und Beifuß. Die meisten davon wachsen an Wegen, in Gärten und auf Wiesen - dass die Pflanzen unspektakulär und häufig sind, ist Teil der Erkenntnis.
Meist wird am Ende etwas zubereitet: ein Wildkräutersalat, Pesto oder ein Aufguss. Manche Volkshochschulen kombinieren die Wanderung mit einem Kochteil im Anschluss.
Was Sie sammeln dürfen
Für den Eigenbedarf dürfen wild wachsende Pflanzen in kleinen Mengen gesammelt werden - das regelt die sogenannte Handstraußregel im Bundesnaturschutzgesetz. Nicht erlaubt ist das Sammeln in Naturschutzgebieten, von besonders geschützten Arten und auf fremden Grundstücken ohne Einverständnis.
Praktisch heißt das: nur so viel wie für eine Mahlzeit, nie den ganzen Bestand, immer einen Teil stehen lassen. Meiden Sie stark befahrene Straßenränder, Hundewege und frisch gedüngte Wiesen.
Zum Fuchsbandwurm
Die Sorge ist bekannter als das Risiko. Übertragungen sind sehr selten, und Erhitzen auf über 60 Grad tötet die Eier zuverlässig ab - Waschen und Einfrieren dagegen nicht. Wer ganz sichergehen will, verarbeitet gesammelte Kräuter gekocht. Für Schwangere und Menschen mit geschwächtem Immunsystem ist das die vernünftige Vorsichtsmaßnahme.
Was Sie mitbringen
Wetterfeste Kleidung, feste Schuhe, einen Korb oder Stoffbeutel - keine Plastiktüte, darin welken Kräuter sofort - und ein Notizbuch. Fotografieren Sie die Pflanzen mit Standort; das hilft beim Wiedererkennen mehr als jede Aufzählung.
Häufige Fragen
Wie unterscheide ich Bärlauch von Maiglöckchen?
Darf ich Wildkräuter überall sammeln?
Wie gefährlich ist der Fuchsbandwurm?
Kann ich Pflanzen nicht einfach mit einer App bestimmen?
Was kostet eine Kräuterwanderung?
Kurs in Ihrer Nähe finden
Kräuterwanderungen laufen im Fachbereich Natur und Umwelt, teils auch bei Ernährung, wenn ein Kochteil dabei ist. Sie starten im März und laufen bis in den September. Verwandt: der Pilzkurs im Herbst, bei dem dieselbe Regel gilt - im Zweifel stehen lassen. Die zuständige Volkshochschule zeigt die Städteübersicht.