Pilzkurse an der Volkshochschule
Beim Pilzsammeln gibt es keinen Spielraum für Ungefähres. Der Knollenblätterpilz ist für die überwiegende Zahl der tödlichen Pilzvergiftungen in Mitteleuropa verantwortlich, und er sieht Champignons und Täublingen ähnlich genug, dass Verwechslungen jedes Jahr vorkommen. Ein Kurs mit Exkursion und anschließender Bestimmung am Tisch ist deshalb der einzige vernünftige Einstieg.
- 1-3Termine, meist samstags
- 20-60 €Kursgebühr
- Aug-OktHauptsaison
- 1 kgTagesmenge für den Eigenbedarf
Wie ein Kurs abläuft
Zuerst wird gesammelt, meist zwei Stunden im Wald - alles, was auffällt, nicht nur Essbares. Danach folgt der eigentliche Teil: Auf dem Tisch werden die Funde nebeneinandergelegt und Merkmal für Merkmal durchgegangen. Lamellen oder Röhren? Wie sitzen die Lamellen am Stiel? Gibt es einen Ring, eine Knolle, eine Scheide am Stielgrund?
Der Stielgrund ist der Punkt, an dem es ernst wird: Die Knolle des Grünen Knollenblätterpilzes steckt in der Erde, und wer den Pilz abschneidet statt herauszudrehen, verliert genau das entscheidende Merkmal. Deshalb lernen Sie im Kurs, ganze Fruchtkörper zu entnehmen.
Die kritischen Paare
- Grüner Knollenblätterpilz und Champignon - der Champignon hat rosa bis braune Lamellen, der Knollenblätterpilz immer weiße, dazu Knolle mit Scheide
- Pantherpilz und Perlpilz - der Perlpilz rötet bei Verletzung, der Pantherpilz nicht
- Gifthäubling und Stockschwämmchen - beide wachsen büschelig an Holz; die Unterscheidung ist auch für Geübte schwierig, weshalb Anfänger dieses Paar ganz meiden sollten
- Satansröhrling und essbare Dickröhrlinge - Vorsicht bei allen Röhrlingen mit roten Poren
Ein weit verbreiteter Irrtum gehört ausgeräumt: Weder Kochen noch Trocknen noch der berüchtigte Silberlöffel machen giftige Pilze essbar. Das Gift des Knollenblätterpilzes ist hitzestabil, und die ersten Beschwerden treten oft erst nach acht bis zwölf Stunden auf - dann ist die Leber bereits geschädigt.
Regeln beim Sammeln
Für den Eigenbedarf dürfen Speisepilze in geringen Mengen gesammelt werden, üblicherweise gilt etwa ein Kilogramm pro Person und Tag als Richtwert. In Naturschutzgebieten ist das Sammeln untersagt, und einige Arten wie Steinpilze und Pfifferlinge stehen unter besonderem Schutz - für sie gilt die Eigenbedarfsregel, gewerbliches Sammeln ist verboten.
Praktisch: Korb statt Plastiktüte, damit die Sporen weiter verteilt werden und die Pilze nicht schwitzen. Pilze nicht mischen, wenn Sie unsicher sind - ein einziger giftiger Fruchtkörper verdirbt die ganze Pfanne.
Pilzberatung nutzen
In vielen Städten gibt es geprüfte Pilzsachverständige, die Funde kostenlos oder gegen kleine Gebühr durchsehen - vermittelt über die Deutsche Gesellschaft für Mykologie oder das Gesundheitsamt. Nach einem Kurs ist das der richtige zweite Schritt: erst zeigen lassen, dann selbst entscheiden.
Im Verdachtsfall einer Vergiftung: sofort den Giftnotruf anrufen und Reste des Pilzgerichts sowie Putzabfälle aufbewahren. Sie sind für die Bestimmung entscheidend.
Häufige Fragen
Kann ich nach einem Pilzkurs sicher sammeln?
Woran erkenne ich den Knollenblätterpilz?
Macht Kochen giftige Pilze essbar?
Wie viele Pilze darf ich sammeln?
Was tun bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung?
Kurs in Ihrer Nähe finden
Pilzkurse laufen im Fachbereich Natur und Umwelt, oft zusammen mit Pilzsachverständigen oder mykologischen Vereinen. Sie stehen im Herbstprogramm und sind rasch belegt. Im Frühjahr passt dazu die Kräuterwanderung, bei der dieselbe Grundregel gilt: Was nicht zweifelsfrei bestimmt ist, bleibt stehen. Die zuständige Volkshochschule zeigt die Städteübersicht.