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Japanisch lernen an der Volkshochschule

Sprachkurs an der Volkshochschule

Japanisch verlangt zwei Dinge gleichzeitig: eine Sprache mit ungewohntem Satzbau und drei Schriftsysteme nebeneinander. Volkshochschulen beginnen deshalb fast immer mit den Silbenschriften Hiragana und Katakana, bevor die ersten Schriftzeichen dazukommen. Bis zu einer einfachen Unterhaltung vergehen erfahrungsgemäß drei bis vier Semester.

  • 3Schriftsysteme nebeneinander
  • 46Silbenzeichen je Hiragana und Katakana
  • 3-4Semester bis zur ersten Unterhaltung
  • 80-160 €je Semester an der VHS

Drei Schriften, die zusammen einen Satz ergeben

Ein japanischer Satz mischt in der Regel alle drei Systeme, und jedes hat eine eigene Aufgabe:

  • Hiragana - 46 Silbenzeichen für Grammatik, Endungen und japanische Wörter. Der erste Schritt in jedem Kurs, meist in zwei bis drei Terminen zu schaffen.
  • Katakana - dieselben 46 Silben in anderer Form, für Lehnwörter aus dem Englischen, Namen und Fachbegriffe.
  • Kanji - aus dem Chinesischen übernommene Zeichen für Wortstämme. Für den Alltag gelten rund 2.000 als nötig; im ersten VHS-Jahr lernt man etwa 100 bis 200.

Diese Aufteilung wirkt zunächst wie zusätzlicher Aufwand, hilft beim Lesen aber: Weil Japanisch ohne Leerzeichen geschrieben wird, zeigt der Wechsel zwischen den Schriften an, wo ein Wort endet und das nächste beginnt.

Wie schwer ist Japanisch?

Das Foreign Service Institute stuft Japanisch in die höchste Schwierigkeitskategorie ein und veranschlagt rund 2.200 Unterrichtsstunden bis zur beruflichen Sprachfähigkeit - vergleichbar mit Arabisch oder Chinesisch. Der Aufwand liegt dabei fast vollständig bei Schrift und Wortschatz, nicht bei der Aussprache.

Was Deutschsprachigen entgegenkommt: Die Aussprache ist regelmäßig und kennt keine Töne wie das Chinesische. Es gibt keine Artikel, keinen Plural und keine Personalformen beim Verb. Was Mühe macht, ist der umgekehrte Satzbau - das Verb steht am Ende - und die Höflichkeitsebenen, die je nach Gesprächspartner andere Formen verlangen.

Ablauf und Niveaustufen

Ein Semester umfasst meist 15 Termine zu je 90 Minuten, einmal wöchentlich am Abend, bei Gebühren zwischen 80 und 160 Euro. Die Stufen folgen dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen, in der Praxis orientieren sich Kursleitungen daneben oft am japanischen Sprachtest JLPT:

  • A1 (1.-2. Semester)Beide Silbenschriften, sich vorstellen, Zahlen, einfache Sätze, erste Kanji
  • A2 (3.-4. Semester)Alltagsgespräche, Vergangenheit, Höflichkeitsformen, etwa 300 Kanji
  • B1 (ab 5. Semester)Zusammenhängend erzählen, längere Texte, entspricht grob JLPT N4/N3

Wer an der VHS Japanisch lernt

Die Gruppen sind jünger als in anderen Sprachkursen. Viele kommen über Manga, Anime oder Videospiele zur Sprache, andere planen eine Reise oder ein Auslandssemester. Dazu kommen Beschäftigte von Firmen mit japanischen Geschäftspartnern. Diese Mischung wirkt sich auf den Unterricht aus: Landeskunde und Alltagskultur nehmen mehr Raum ein als in einem Französischkurs.

Japanisch online lernen

Sprachkurse als Videokonferenz sind bei Volkshochschulen inzwischen verbreitet, teils über die gemeinsame Lernplattform. Für Japanisch ist das hilfreich, weil kleinere Einrichtungen selten genug Anmeldungen für einen eigenen Kurs zusammenbekommen. Beim Schreiben der Zeichen hat Präsenzunterricht allerdings Vorteile: Strichreihenfolge und Proportionen lassen sich am Bildschirm schwerer korrigieren. Mehr dazu unter VHS Online Kurse.

Häufige Fragen zum Japanischkurs

Muss ich die Schriftzeichen lernen?

Hiragana und Katakana ja, ohne sie kommt man nicht weit. Bei den Kanji reicht im ersten Jahr eine Auswahl von 100 bis 200 Zeichen. Umschriften in lateinischen Buchstaben helfen in den ersten Stunden, werden danach aber zum Hindernis, weil Lehrmaterial und Alltagstexte sie nicht verwenden.

Wie lange dauert es bis zur ersten Unterhaltung?

Für einfache Gespräche über Herkunft, Beruf und Alltag brauchen die meisten drei bis vier Semester. Wer zwischen den Terminen regelmäßig Vokabeln und Zeichen wiederholt, kommt spürbar schneller voran - bei Japanisch mehr als bei europäischen Sprachen.

Hat Japanisch Töne wie Chinesisch?

Nein. Japanisch kennt keine Bedeutungstöne, die Aussprache ist für Deutschsprachige gut zu bewältigen. Es gibt lediglich einen Tonhöhenakzent, der einzelne Wörter unterscheidet - für die Verständigung ist er selten entscheidend.

Was kostet ein Japanischkurs an der VHS?

Zwischen 80 und 160 Euro pro Semester, je nach Volkshochschule und Stundenzahl. Dazu kommt ein Lehrbuch für etwa 20 bis 30 Euro. Ermäßigungen gibt es vielerorts für Studierende, Auszubildende und Menschen im Leistungsbezug.

Bereitet der Kurs auf den JLPT vor?

Nicht automatisch. Der Japanese Language Proficiency Test wird in Deutschland an wenigen Standorten abgenommen, meist einmal jährlich. Manche Volkshochschulen bieten begleitende Kurse an - fragen Sie gezielt danach, im Standardprogramm steht das selten.

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