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Weiterbildung fördern lassen: Bildungsprämie und ihre Nachfolger

Geldscheine als Sinnbild für Weiterbildungsförderung

Die Bildungsprämie des Bundes gibt es nicht mehr. Der Prämiengutschein, mit dem der Staat die halbe Kursgebühr bis 500 Euro übernahm, wurde Ende 2021 nach 13 Jahren eingestellt; die letzten Gutscheine liefen Mitte 2022 aus. An seine Stelle sind Programme der Länder getreten - und die fördern zum Teil deutlich großzügiger.

  • 2021Bildungsprämie ausgelaufen
  • 500 €damaliger Höchstbetrag
  • Länderheute die wichtigste Quelle
  • 50 %übliche Förderquote

Was die Bildungsprämie war

Eingeführt 2008 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und aus dem Europäischen Sozialfonds mitfinanziert, bestand sie aus dem Prämiengutschein: Der Staat übernahm die Hälfte der Kursgebühr, höchstens 500 Euro. Voraussetzung war eine Erwerbstätigkeit von mindestens 15 Wochenstunden und ein zu versteuerndes Einkommen unterhalb einer Grenze. Vor der Ausgabe war ein Beratungsgespräch in einer Beratungsstelle Pflicht.

Zum 31. Dezember 2021 wurde die Ausgabe eingestellt, bereits ausgegebene Gutscheine konnten bis Mitte 2022 eingelöst werden. Ein direktes Nachfolgeprogramm des Bundes gibt es nicht. Wenn Sie im Netz noch auf Anleitungen zur Beantragung stoßen: Die sind veraltet.

Womit heute gefördert wird

  • Bildungsschecks der LänderNordrhein-Westfalen, Thüringen, Brandenburg, Hamburg, Rheinland-Pfalz und weitere Länder fördern nach ähnlichem Prinzip, meist die Hälfte der Gebühr. Namen und Bedingungen unterscheiden sich - Bildungsscheck, Qualischeck, Weiterbildungsbonus
  • Bildungsgutscheinder Agentur für Arbeit oder des Jobcenters: übernimmt die vollen Kosten, richtet sich aber an Arbeitsuchende und von Arbeitslosigkeit Bedrohte und setzt eine zertifizierte Maßnahme voraus
  • Aufstiegs-BAföGfür Fortbildungen zum Meister, Fachwirt oder Techniker - nicht für einzelne VHS-Kurse
  • QualifizierungschancengesetzFörderung über den Arbeitgeber, wenn Beschäftigte für neue Anforderungen qualifiziert werden

Was das für VHS-Kurse bedeutet

Die meisten VHS-Kurse sind mit 80 bis 200 Euro so günstig, dass eine Förderung sich kaum lohnt oder die Mindestbeträge der Programme nicht erreicht werden. Interessant wird es bei den längeren Angeboten: Xpert-Business-Lehrgänge, EDV-Zertifikatskurse, Vorbereitungskurse auf einen Schulabschluss.

Vier Wege, die bei Volkshochschulen häufiger tragen als jedes Förderprogramm:

  • Ermäßigung der Volkshochschule - 30 bis 50 Prozent für Studierende, Auszubildende, Menschen im Leistungsbezug, Inhaber eines Ehrenamtspasses. Muss beantragt werden.
  • Krankenkasse - erstattet bei zertifizierten Präventionskursen meist 80 bis 100 Prozent.
  • Bildungsurlaub - ersetzt keine Gebühr, verschafft aber bezahlte Freistellung.
  • Steuererklärung - beruflich veranlasste Kursgebühren sind Werbungskosten.

So gehen Sie vor

Erkundigen Sie sich zuerst bei der Volkshochschule: Die Fachbereichsleitungen wissen, welche Landesprogramme für ihre Kurse in Frage kommen und ob die Einrichtung als Träger zugelassen ist - ohne Zulassung greift kein Programm. Zweite Anlaufstelle sind die Weiterbildungsberatungsstellen der Länder und Kommunen, die kostenlos beraten.

Wichtig in allen Programmen: Der Antrag muss vor der Anmeldung gestellt werden. Wer den Kurs erst bucht und danach fragt, geht regelmäßig leer aus.

Häufige Fragen

Kann ich die Bildungsprämie noch beantragen?

Nein. Die Ausgabe der Prämiengutscheine endete am 31. Dezember 2021, die letzten Gutscheine waren bis Mitte 2022 einlösbar. Ein Nachfolgeprogramm des Bundes gibt es nicht - an seine Stelle sind Länderprogramme getreten.

Was gibt es stattdessen?

Bildungsschecks und vergleichbare Programme der Bundesländer, den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit für Arbeitsuchende, das Aufstiegs-BAföG für Fortbildungsabschlüsse und die Förderung über den Arbeitgeber nach dem Qualifizierungschancengesetz.

Lohnt sich eine Förderung für einen VHS-Kurs?

Bei Kursen für 80 bis 200 Euro selten - viele Programme haben Mindestbeträge. Bei Zertifikatslehrgängen und Vorbereitungskursen auf einen Schulabschluss dagegen schon.

Wann muss ich den Antrag stellen?

Immer vor der Anmeldung zum Kurs. Alle gängigen Programme fördern nur, was noch nicht gebucht ist - eine nachträgliche Bewilligung ist die Ausnahme.

Wo bekomme ich Beratung?

Bei der Volkshochschule selbst und bei den Weiterbildungsberatungsstellen der Länder und Kommunen. Beide beraten kostenlos und wissen, welches Programm zum jeweiligen Kurs passt.

Kurse und Volkshochschule vor Ort finden

Welche Kurse gefördert werden können, hängt vom Programm des Landes und von der Zulassung der Einrichtung ab. Über unsere Übersicht der Bundesländer finden Sie die Volkshochschule in Ihrer Region.

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