Existenzgründung: Kurse an der Volkshochschule
Die meisten Gründungen scheitern nicht an der Idee, sondern an drei Dingen: zu wenig Rücklage, unklare Zahlen und unterschätzte Bürokratie. Genau darauf zielen VHS-Gründungskurse - sie liefern keine Geschäftsidee, sondern das Handwerk drumherum. Für viele ist der Kurs der Punkt, an dem sie merken, was noch fehlt.
- 6-12Termine je Kurs
- 80-300 €Kursgebühr
- 3Jahre Planung im Businessplan
- Bildungsurlaubteils anerkannt
Was ein Gründungskurs behandelt
- Businessplan - nicht als Formalität, sondern als Werkzeug: Wer soll das kaufen, warum bei Ihnen, und was bleibt am Ende übrig?
- Rechtsform - Einzelunternehmen, GbR, UG, GmbH: Haftung, Kosten, Aufwand im Vergleich.
- Steuern und Buchführung - Umsatzsteuer, Kleinunternehmerregelung, Einnahmenüberschussrechnung, Fristen.
- Finanzierung - Eigenkapital, Förderkredite, Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit.
- Anmeldungen - Gewerbeamt, Finanzamt, Berufsgenossenschaft, Kammern, Krankenversicherung als Selbständiger.
Der Teil, den die meisten unterschätzen
Zwei Rechnungen entscheiden über die Tragfähigkeit. Erstens der private Bedarf: Was brauchen Sie monatlich zum Leben, einschließlich Krankenversicherung, Altersvorsorge und Steuern? Als Selbständiger zahlen Sie den vollen Krankenkassenbeitrag selbst - das überrascht regelmäßig.
Zweitens der Stundensatz: Von 220 Arbeitstagen im Jahr bleiben nach Urlaub, Krankheit, Akquise und Buchhaltung vielleicht 120 verkaufbare Tage übrig. Wer seinen Stundensatz aus dem alten Bruttogehalt ableitet, rechnet sich systematisch arm. Diese Rechnung durchzugehen ist der nützlichste Teil vieler Kurse.
Beratung und Förderung
Volkshochschulen arbeiten oft mit Wirtschaftsförderung, IHK, Handwerkskammer oder Gründungsnetzwerken zusammen. Manche Kurse führen zur fachkundigen Stellungnahme, die für den Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit gebraucht wird - fragen Sie danach, wenn Sie aus der Arbeitslosigkeit gründen.
Daneben gibt es geförderte Einzelberatung über Programme des Bundes und der Länder, bei der ein Teil des Beraterhonorars übernommen wird. Der VHS-Kurs eignet sich gut als Vorstufe: Wer mit klaren Fragen in die Beratung geht, holt mehr heraus.
Für wen die Kurse gedacht sind
Am häufigsten kommen Menschen mit einem Handwerk oder einer Dienstleistung, die sie schon beherrschen - Kosmetik, Pflege, Handwerk, Beratung, Yoga, Grafik. Dazu Nebenerwerbsgründer, die neben dem Job starten, und Menschen in der Familienphase, die sich etwas Eigenes aufbauen wollen.
Was Kurse nicht leisten: die Idee liefern oder das Risiko abnehmen. Und ein Hinweis, den gute Kursleitungen früh geben - wer nach der Rechnung merkt, dass es nicht trägt, hat den Kurs richtig genutzt. Eine nicht gegründete Existenz kostet weniger als eine gescheiterte.
Häufige Fragen
Brauche ich einen Businessplan?
Für Förderkredite und den Gründungszuschuss ja. Unabhängig davon ist er das beste Werkzeug, um die eigene Idee auf Tragfähigkeit zu prüfen - genau dafür wird er im Kurs erarbeitet.
Was kostet ein Gründungskurs?
Zwischen 80 und 300 Euro je nach Umfang. Manche Kurse sind über Wirtschaftsförderung oder Landesprogramme bezuschusst - fragen Sie danach.
Bekomme ich die fachkundige Stellungnahme?
Manche Volkshochschulen bieten das in Kooperation an, viele nicht. Wenn Sie den Gründungszuschuss beantragen wollen, klären Sie das vor der Anmeldung.
Wie berechne ich meinen Stundensatz?
Nicht aus dem alten Bruttogehalt. Von 220 Arbeitstagen bleiben nach Urlaub, Krankheit, Akquise und Buchhaltung oft nur 120 verkaufbare - dazu kommen Krankenversicherung, Vorsorge und Steuern.
Lohnt sich der Kurs bei einer Nebenerwerbsgründung?
Ja, gerade dann: Steuerliche Behandlung, Anmeldepflichten und die Frage, was der Arbeitgeber wissen muss, sind dort besonders häufig ungeklärt.
Kurs in Ihrer Nähe finden
Gründungskurse stehen vor allem an mittleren und größeren Volkshochschulen im Programm. Über unsere Übersicht der Bundesländer finden Sie die Einrichtung in Ihrer Region.

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