Bewerbungstraining an der Volkshochschule
Bewerbungstraining an der Volkshochschule ist der günstigste Weg, die eigenen Unterlagen von jemandem durchsehen zu lassen, der viele davon gesehen hat. Es geht um Anschreiben, Lebenslauf und das Gespräch - und um die Frage, warum Bewerbungen scheitern, die inhaltlich in Ordnung sind.
- 1-4Termine je Kurs
- 30-120 €Kursgebühr
- 1 SeiteAnschreiben, nicht mehr
- 6 Mon.Gültigkeit eines Bewerbungsfotos
Anschreiben und Lebenslauf
Der häufigste Fehler im Anschreiben ist die Nacherzählung des Lebenslaufs. Gefragt ist stattdessen die Verbindung zwischen dem, was in der Anzeige steht, und dem, was Sie belegen können - je Anforderung ein Beispiel, das zeigt, dass Sie es schon getan haben. Wer schreibt „teamfähig und belastbar", schreibt nichts.
Beim Lebenslauf geht es um Lesbarkeit: umgekehrt chronologisch, aktuelle Station zuerst, Zeiträume monatsgenau. Lücken werden benannt, nicht kaschiert - eine erklärte Lücke ist unauffälliger als eine kaschierte, die beim Nachrechnen auffällt.
Im Kurs sehen Sie fremde Unterlagen und bekommen Rückmeldung zu Ihren. Das ist der eigentliche Wert: Die eigenen Formulierungen liest man nach dem dritten Mal nicht mehr kritisch.
Das Vorstellungsgespräch üben
Viele Kurse arbeiten mit Rollenspielen, teils mit Videoaufzeichnung. Das ist unangenehm und wirksam - die meisten sehen zum ersten Mal, wie sie auf andere wirken. Geübt werden die Standardfragen, die trotzdem regelmäßig unvorbereitet treffen:
- „Erzählen Sie etwas über sich" - gemeint ist der berufliche Weg in zwei Minuten, nicht die Biografie
- „Was sind Ihre Schwächen?" - eine echte, mit dem, was Sie dagegen tun
- „Warum haben Sie gewechselt?" - sachlich bleiben, nie schlecht über frühere Arbeitgeber sprechen
- Die Gehaltsfrage - eine Spanne nennen, vorher recherchiert
Was Sie nicht beantworten müssen
Nach Schwangerschaft, Kinderwunsch, Familienplanung, Religionszugehörigkeit, Parteimitgliedschaft und Gesundheitszustand darf im Bewerbungsgespräch nicht gefragt werden - solche Fragen sind unzulässig, und eine falsche Antwort darauf hat keine arbeitsrechtlichen Folgen. Ausnahmen gelten nur, wenn ein Umstand die konkrete Tätigkeit unmittelbar betrifft.
Ein Foto ist seit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz nicht mehr vorgeschrieben. In der Praxis erwarten es viele Unternehmen weiterhin; wer eines beilegt, sollte ein aktuelles verwenden.
Für wen der Kurs passt
Für Wiedereinsteigerinnen nach Familienzeit, für Menschen, die nach vielen Jahren im selben Betrieb erstmals wieder bewerben, und für alle, die auf Bewerbungen keine Rückmeldung bekommen. Auch für Ältere, die den Verdacht haben, dass es am Alter liegt - im Kurs lässt sich prüfen, ob es an den Unterlagen liegt.
Ehrlich dazu: Ein Kurs ersetzt keine Berufsberatung und keine Vermittlung. Wenn die Frage nicht „Wie bewerbe ich mich?" lautet, sondern „Worauf eigentlich?", ist die Berufsberatung der Agentur für Arbeit die richtige Adresse - sie ist kostenlos.
Kosten und Förderung
Ein Abendkurs kostet 30 bis 60 Euro, ein Wochenendseminar bis 120 Euro. Wer Bürgergeld oder Arbeitslosengeld bezieht, bekommt bei den meisten Volkshochschulen eine Ermäßigung von 30 bis 50 Prozent gegen Nachweis. Umfangreichere Maßnahmen können über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit finanziert werden - der muss allerdings vor der Anmeldung beantragt sein.
Häufige Fragen
Was kostet ein Bewerbungstraining?
Werden meine eigenen Unterlagen besprochen?
Wie lang darf ein Anschreiben sein?
Welche Fragen muss ich im Gespräch nicht beantworten?
Zahlt die Agentur für Arbeit den Kurs?
Kurs in Ihrer Nähe finden
Bewerbungstrainings laufen im Fachbereich Beruf, siehe auch berufliche Weiterbildung und Rhetorik. Wenn Sie zusätzlich an den Computerkenntnissen arbeiten wollen, die in Stellenanzeigen verlangt werden, hilft der Office-Kurs. Die zuständige Volkshochschule zeigt die Städteübersicht.