Singen lernen an der Volkshochschule
Etwa jeder Zweite hält sich für unmusikalisch, weil ihm irgendwann jemand gesagt hat, er könne nicht singen. Tatsächlich ist echte Amusie - die Unfähigkeit, Tonhöhen zu unterscheiden - äußerst selten. Alles andere ist Übungssache: Stimme, Atem und Gehör lassen sich trainieren, und genau dafür gibt es Kurse.
- 10-15Termine je Semester
- 60-180 €Kursgebühr
- 4Stimmlagen im Chor
- kein Vorsingenin VHS-Kursen üblich
Welche Angebote es gibt
- Offener Chorder Klassiker: ohne Vorsingen, gemischtes Repertoire von Volkslied bis Pop. Oft der günstigste Einstieg
- StimmbildungKleingruppe mit Fokus auf Atmung, Resonanz, Tonumfang - für alle, die an der eigenen Stimme arbeiten wollen
- Singen für Ungeübteausdrücklich für Menschen mit schlechten Erfahrungen; hier wird niemand einzeln vorgeführt
- Gospel, Jazz, MusicalProjektkurse über ein Semester, meist mit Auftritt am Ende
- Singen für Ältereangepasste Tonlagen und Tempo; Singen hält Atmung und Gedächtnis in Bewegung
Was tatsächlich geübt wird
- Atmung - tief in den Bauch statt flach in die Brust. Der häufigste Grund für kurzatmiges, gepresstes Singen.
- Haltung - aufrecht, Kiefer locker, Schultern unten. Verspannung hört man sofort.
- Einsingen - Summen, Lippenflattern, Tonleitern. Wirkt albern und macht den größten Unterschied.
- Töne treffen - Gehörschulung mit Intervallen; die meisten „Brummer" treffen nach wenigen Wochen deutlich besser.
- Mehrstimmigkeit - die eigene Stimme halten, während daneben etwas anderes läuft. Das braucht Zeit und geht nur in der Gruppe.
Wenn Sie glauben, Sie könnten nicht singen
Die verbreitete Erfahrung: eine Bemerkung im Schulchor, danach nie wieder gesungen. Dabei ist die Fähigkeit, Tonhöhen zu treffen, in erster Linie eine Frage von Übung und Rückmeldung - Menschen mit echter Tonhöhentaubheit gibt es nach Schätzungen nur wenige Prozent.
In einem offenen Chor fällt niemand auf: Man singt in einer Gruppe von zwanzig Leuten, und die eigene Stimme geht darin auf. Genau das macht ihn zum besten Einstieg für Unsichere - anders als beim Einzelunterricht, wo jede Unsicherheit sofort hörbar ist.
Warum Singen mehr ist als Musik
Chorsingen wirkt nachweislich auf Atmung und Stimmung - die tiefe Atmung entspannt, und die Gruppe tut ihr Übriges. In Studien wurden geringere Stresswerte und eine bessere Stimmung nach dem Singen gemessen.
Praktisch nebenbei: Atemtechnik und Haltung helfen auch beim Sprechen. Wer beruflich viel redet, profitiert von Stimmbildung ähnlich wie von einem Rhetorikkurs - nur an anderer Stelle.
Häufige Fragen
Muss ich vorsingen?
In VHS-Kursen fast nie. Offene Chöre nehmen ohne Vorsingen auf, und in Kursen für Ungeübte wird ausdrücklich niemand einzeln vorgeführt.
Ich treffe keine Töne - kann ich trotzdem mitmachen?
Ja. Echte Tonhöhentaubheit ist selten; das Treffen von Tönen ist überwiegend Übungssache. In einer Gruppe von zwanzig Personen fällt der Anfang zudem nicht auf.
Was kostet ein Gesangskurs?
Chöre und Gruppenkurse liegen bei 60 bis 180 Euro pro Semester. Stimmbildung in kleinen Gruppen kostet mehr, weil weniger Teilnehmende auf die Kursleitung kommen.
Brauche ich Notenkenntnisse?
Für offene Chöre nicht - gearbeitet wird viel nach Gehör. Bei anspruchsvolleren Projektkursen hilft es, ist aber selten Voraussetzung.
Bin ich zu alt zum Singen lernen?
Nein. Die Stimme verändert sich mit den Jahren, trainieren lässt sie sich weiterhin. Viele Volkshochschulen haben eigene Kurse mit angepassten Tonlagen.
Kurs in Ihrer Nähe finden
Chöre und Gesangskurse stehen an vielen Volkshochschulen im Programm. Über unsere Übersicht der Bundesländer finden Sie die Einrichtung in Ihrer Region.

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